Behandlungsspektrum
01
Schmerzsyndrome der Wirbelsäule
Nacken- und Rückenschmerzen haben selten schwerwiegende Ursachen. Die Behandlung zielt auf Schmerzlinderung (z.B. Infiltrationstherapie) und Haltungsstabilisierung ab.
02
Bandscheibenvorfall
Vorgefallenes Bandscheibengewebe kann Nerven komprimieren und Schmerzen, Taubheit oder Lähmungen verursachen. Erstbehandlung ist konservativ; operiert wird minimal-invasiv bei Lähmungen oder therapieresistenten Schmerzen.
03
Spinalkanalstenose
Degenerative Einengung des Spinalkanals verursacht belastungsabhängige Schmerzen und Gehbehinderung. Konservative Therapie zuerst; bei Versagen mikrochirurgische Kanalerweiterung mit hoher Erfolgsrate und kurzer Klinikzeit.
04
Tumore & Entzündungen
Spinaltumoren (meist gutartig) und Spondylodiszitis werden je nach Schwere konservativ oder operativ behandelt. Tumorentfernungen erfolgen mikrochirurgisch mit Neuromonitoring; >90 % der Patienten berichten postoperative Besserung.
05
Spondylolisthese (Wirbelgleiten)
Wirbelversatz tritt meist degenerativ auf und ist oft beschwerdearm. Bei konservativ nicht beherrschbaren Schmerzen oder neurologischen Ausfällen ist eine Stabilisierungsoperation (Spondylodese) möglich.
06
Wirbelkörperfraktur
Häufig bei Osteoporose nach Bagatelltrauma. Stabile Brüche werden konservativ behandelt; bei Fehlstellung oder Nervenkompression operativ. Ergänzend immer Knochendichtemessung und langfristige Osteoporosetherapie.
Behandlungsverfahren
I
Röntgengestützte Infiltrationstherapie (Facettenblockade, periradikuläre Therapie PRT)
II
Mikrochirurgische Bandscheiben- und Dekompressionsoperationen
III
Endoskopische Thermoablationen (Verödungen) der Wirbelgelenke
IV
Endoskopische Bandscheiben- und Dekompressionsoperationen
V
Tumorresektion mit intraoperativem elektrophysiologischem Monitoring zur Überwachung der Funktion von Rückenmark und Nerven
VI
Implantation von Bandscheibenprothesen
VII
Spondylodesen/Stabilisierungsoperationen in allen Abschnitten der Wirbelsäule
Stationäre Behandlungen und Operationen
Stationärer Aufenthalt
Der stationäre Aufenthalt nach einer Operation beträgt ca. 3 Tage nach mikrochirurgischen/endoskopischen Dekompressionsoperationen sowie ventralen Operationen an der HWS und ca. 5-7 Tage nach Stabilisierungsoperationen
Rehabilitationsbehandlung
In der Regel ist keine Rehabilitationsbehandlung erforderlich. Auf Patientenwunsch kann diese über den Sozialdienst der jeweiligen Klinik während des stationären Aufenthalts in die Wege geleitet werden. Eine Anschlussheilbehandlung beginnt (abhängig vom OP-Ausmaß) zwischen 4 und 6 Wochen nach der Operation
Schmerzmedikamente
Schmerzmedikamente, die über den stationären Aufenthalt hinaus erforderlich sind, werden über die Praxis verordnet. Details hierzu bespricht Ihr Arzt mit Ihnen.
Kontrolluntersuchungen
Kontrolluntersuchungen in der Praxis finden erstmalig 1-2 Wochen nach der Operation, dann nach weiteren 6 Wochen und dann nach individueller Absprache statt
Wundbehandlung
Die Operationswunden werden in der Regel geklebt oder mit einem selbstauflösenden Faden genäht, so dass keine Fadenentfernung erforderlich ist. Bis zur ersten Kontrolle sollten die Pflaster regelmäßig gewechselt werden und zum Duschen spezielle Duschpflaster verwendet werden. Nutzen Sie bitte keine Salben oder Cremes auf der Wunde
Belastungen
Meiden Sie nach einer Operation für 6 Wochen schweres Heben (>5kg) sowie starke Rotations- oder Beugebewegungen
Positionen
Wechseln Sie regelmäßig zwischen sitzender, stehender und liegender Position
Krankengymnastik/Übungen
Krankengymnastik sollte ca. 1-2 Wochen nach der Operation begonnen werden, zunächst mit vorsichtigen Bewegungsübungen und ersten stabilisierenden Übungen. Außerdem hilft Rückenschule dabei, sich wieder in den Alltag zu integrieren. Eine entsprechende Verordnung bekommen Sie beim ersten Kontrolltermin in der Praxis.
Aktivitäten/Sport
Allgemeine und sportliche Aktivitäten werden über die ersten 4-12 Wochen nach der Operation graduell gesteigert, abhängig vom Ausmaß der Operation und den angestrebten Zielen
Autofahren
Wann Sie nach einer Operation wieder Autofahren dürfen, hängt von vielen Aspekten wie der Größe der Operation, dem Heilverlauf (Schmerzen/Beweglichkeit), eventuellen Ausfallserscheinungen oder der Medikamenteneinnahme ab. Wir raten frühestens nach 3-6 Wochen wieder dazu, aktiv am Verkehr teilzunehmen, anfänglich mit kürzeren Fahrstrecken und langsamen Geschwindigkeiten. Bis dahin sollten Sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen, können aber schon früher als Beifahrer mitfahren.