Entzündungen und Tumoren im Bereich der Wirbelsäule

Tumore im Spinalkanal wie Meningeome oder Neurinome (Schwannome) sind weit überwiegend gutartig und wachsen langsam, so dass sich die Symptomatik zumeist schleichend entwickelt und die Diagnosestellung häufig erst spät erfolgt. Durch die tumorbedingte Kompression der Nerven oder des Rückenmarks können Schmerzen, Sensibilitäts- und Koordinationsbeeinträchtigungen, Störungen der Blasen- und Darmentleerung, Lähmungen und, z.B. im Falle einer Lokalisation im Bereich der oberen HWS, letztlich auch lebensbedrohliche Störungen entstehen. Die optimale Behandlung der meisten Tumore im Spinalkanal ist die mikrochirurgische Entfernung; die vollständige Resektion stellt deutlich überwiegend eine dauerhafte Heilung dar. Die weitaus meisten Tumorentfernungen erfolgen in Bauchlage über einen dorsalen chirurgischen Zugang. Während der Operation werden die Funktionen des Rückenmarks und der Nerven mittels intraoperativem elektrophysiologischem Neuromonitoring (IONM) überwacht, um Belastungen oder Funktionsbeeinträchtigungen von Nerven während der Operation unmittelbar zu detektieren, so dass das operative Vorgehen angepasst werden kann – Ziel ist immer eine möglichst vollständige Tumorentfernung unter maximaler Schonung der Nerven. Die Häufigkeit operationsbedingter neurologischer Defizite ist sehr gering, mehr als 90% der operierten Patientinnen und Patienten erfahren postoperativ eine deutliche Besserung oder Rückbildung der Symptome.

Die Häufigkeit von Infektionen im Bereich der Wirbelsäule (Spondylodiszitis) nimmt weltweit zu. Gründe sind unter anderen ein steigendes Durchschnittsalter, Erkrankungen, die mit einer Beeinträchtigung der Immunabwehr einhergehen (z.B. Diabetes, immunsupprimierende Behandlungen wie Chemo- oder Cortisontherapie, Adipositas) und vorhergegangene invasive Behandlungen oder Operationen. Der Nachweis des ursächlichen Erregers und die Bestimmung seiner Antibiotikaempfindlichkeit sind die Voraussetzung für eine gezielte Antibiotikatherapie, die eine der Grundsäulen der Therapie der Spondylodiszitis darstellt. Das konservative Vorgehen ist indiziert, wenn keine neurologischen Ausfälle vorliegen, die Entzündung nicht in den Körper streut und im betroffenen Wirbelsäulenabschnitt keine Instabilität vorliegt. Indikationen zur Operation mit möglichst weitgehender Entfernung des entzündlichen Gewebes und gegebenenfalls Stabilisierung des Wirbelsäulenabschnitts sind neurologische Ausfälle, Destruktion des Wirbelkörpers mit resultierender Instabilität, Sepsis oder konservativ nicht beherrschbare Schmerzen. Sowohl nach konservativer als auch nach operativer Therapie der Spondylodiszitis verbleiben häufig Restbeschwerden, die auf Wirbeldestruktionen, Fehlstellungen oder eine chronische Reizung der betroffenen Nerven (Neuropathie) zurückgeführt werden können.

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